Solidarität mit Corrala Utopia

Das Bündnis Zwangsräumungen Verhindern ruft zur Solidarität mit Corrala Utopia auf. Zwangsräumungen gemeinsam verhindern in Berlin, Sevilla und auf der ganzen Welt. Für ein globales soziales Grundrecht auf Wohnraum.

Vor über einem Jahr haben 30 Familien in Sevilla gemeinsam einen bereits drei Jahre leer stehenden Wohnblock besetzt, und damit die ‚Corrala Utopia’ geschaffen. Zuvor hatten sie ihre Häuser und Wohnungen aufgrund des europäischen Krisenmanagements verloren. Die Situation in Spanien ist dabei besonders pervers. Obwohl die Verluste aus der geplatzten Immobilienblase unter dem Stichwort ‚Bankenrettung’ bereits vergemeinschaftet wurden, obwohl dort Millionen Häuser und Wohnungen leer stehen, obwohl die Menschen auf Grund des wirtschaftlichen Zusammenbruchs und immer weiter steigender Arbeitslosigkeit kaum noch Möglichkeiten haben, ihre Existenz zu sichern, wurden dort in den letzten fünf Jahren über 400.000 Zwangsräumungen vollzogen. Eigentumsrechte werden mit Staatsgewalt durchgesetzt, während die sozialen Grundrechte der Menschen ausgehebelt und ihre Würde mit Füßen getreten wird.
In diesen Tagen wird vor Gericht die Besetzung verhandelt. Die Bank ‚Ibercaja’ hat nicht nur den Stromanschluss gesperrt und die Wasserzuleitungen entfernen lassen, sie hat die Familien angezeigt und will sie erneut aus ihren Wohnungen vertreiben. Dabei wollen die Familien sogar eine sozialverträglich Miete zahlen, die Besetzung ist nur der letzte Ausweg vor der drohenden Obdachlosigkeit.
Unsere Solidarität gilt den Menschen in Spanien, die mit ihrem Handeln diesem ganzen Irrsinn praktische Alternativen entgegensetzen. Die gemeinsam gegen Zwangsräumungen kämpfen, die mit Bankbesetzungen den kapitalistischen Normalbetrieb stören und die schlicht ihr Recht in die eigenen Hände nehmen – mit der Wiederaneignung von Wohnraum.
Wenn auch die Randbedingungen unter denen wir leben sehr unterschiedlich sind, haben wir große Gemeinsamkeiten in unseren sozialen Kämpfen. Die grenzenlose Solidarisierung zwischen uns Menschen ist unsere Chance, den Interessen des globalen Finanzkapitals etwas entgegen zu setzen. Wir freuen uns darauf, uns während der Blockupy Aktionstage in Frankfurt mit AktivistInnen aus Spanien über unsere Erfahrungen in den Kämpfen gegen Zwangsräumungen und Verdrängung auszutauschen und damit unseren Zusammenhalt zu stärken.

Corrala Utopia – Kämpft weiter für Euer Recht auf Wohnraum!
El pueblo unido jamás será vencido!
Zwangsräumungen verhindern – Kapitalismus überwinden!

Weiter führende Informationen:

Internationale Solidaritätserklärung zum unterschreiben

Die Seite der Corrala Utopia

Videos:
Weltspiegel vom letzten Sonntag (bei Youtube)

Video der BesetzerInnen mit englischen Untertiteln zu deren Motivation: http://www.youtube.com/watch?v=SpKhcpxHgcs&feature=youtu.be

Artikel:
Taz: Leben in der spanischen Krise – Die anderen Hausbesetzer
Guardian: How the corrala movement is occupying Spain
Ney York Times: Wave of Evictions Leads to Homeless Crisis in Spain

Mittwoch Mitmachtreffen gegen Zwangsräumungen

Bünd­nis „Zwangs­räu­mung ver­hin­dern“ lädt ein zum Mit­mach­tref­fen,
am Mitt­woch, 22. Mai, 19 Uhr
im Fa­mi­li­en­gar­ten Kreuz­berg (Oranienstr. 34, Hinterhof)

Jeden Werktag gibt es in Berlin ca. 22 Zwangsräumungen. Meistens ist es eine Gewalttat, die den Betroffenen an die Existenz geht. Zwangsräumung ist die gewalttätigste Form von Verdrängung, um die Profite von Vermieter_innen & Immobilienspekulant_innen zu steigern.

Wir vom ‚Bündnis Zwangsräumung verhindern‘ versuchen, dem etwas entgegenzusetzen. Wir solidarisieren uns mit von Zwangsräumung bedrohten Menschen. Neben den Blockaden machen wir Sit- und Go-Ins bei Wohnungsbaugesellschaften und Eigentümer_innen, Pressearbeit, kleinere und größere, kreative und klassische Aktionen, Kundgebungen, schreiben offene Briefe und stellen Anträge bei Ämtern und Gerichten, demonstrieren etc. Tatsächlich konnten wir schon einige Zwangsräumungen verhindern und haben große Öffentlichkeit für das Thema erzeugt.

In Folge der breiten Unterstützung und Popularität der großen Blockade am 14. Februar kommen immer mehr von Zwangsräumung bedrohte Menschen auf uns zu. Wir sind dabei, größere und von politischen Parteien unabhängige Strukturen aufzubauen, um den Widerstand auszuweiten. Es gibt also noch einiges an Basisarbeit zu tun und vielfältige Möglichkeiten, von Zwangsräumung bedrohte Menschen zu unterstützen.

Dafür brauchen wir euch!

Wir möchten euch zu einem Treffen einladen, an dem wir unsere Ideen austauschen, und danach vielleicht zusammenarbeiten. Seid ihr interessiert, kommt am Mittwoch, 22.05., 19 Uhr in den Familiengarten in Kreuzberg (Oranienstr. 34, Hinterhof).

Schreibt uns (zwangsraeumungverhindern@riseup.net), falls ihr an dem Termin nicht könnt, aber gerne zu einem Folgetreffen eingeladen werden möchtet.

Von Indymedia: „Viele Zwangsräumungen verhindert“

Vor ein paar Tagen gab es einen kleinen Bericht bei der alternativen Veröffentlichungsplattform Indymedia. Den wollen wir unseren Blog-Leser*innen natürlich nicht vorenthalten:

In den letzten Wochen ist es ruhiger geworden um die Proteste gegen Zwangsräumungen. Dies hat einen simplen Grund. Die meisten Zwangsräumungen in letzter Zeit konnten erfolgreich verhindert werden. Die vorangegangenen Blockaden und Aktionen haben einen großen Druck aufgebaut, sowohl öffentliche Wohnungsbaugesellschaften als auch private Vermieter versuchen nun einer Blockade aus dem Weg zu gehen und sagen deswegen Zwangsräumungen ab. Die abgesagten Zwangsräumungen sind zunächst ein großer Erfolg und besonders für die Betroffenen eine sehr große Erleichterung. Die generelle Entwicklung von steigenden Mieten und Verdrängung in Berlin und vielen anderen Städten ist damit aber noch längst nicht gestoppt. Die Praxis des Zwangsräumungsbündnis hat sich aber als äußerst erfolgreich herausgestellt. Nun hat sich in Nordrhein-Westfalen der erste Ableger gegründet, es ist zu hoffen, dass auch weitere Kämpfe von den Erfahrungen profitieren können.

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Do. // 16.05. // Go-In abgesagt

Das Go-In am Donnnerstag, den 16.05. findet nicht statt. Danke für Eure Solidarität. Gegenwärtig sucht Stadt & Land nach einer Wohnung für Zeinab.
Achtet auch weiterhin auf Ankündigungen. Für weitere Infos werden Leute vor Ort sein.

Schaut euch mal an…

..wie wohlwollend deutsche [ja, sogar öffentlich rechtliche] Medien über Hausbesetzungen berichten können. Vorausgesetzt sowas findet nicht vor der eigenen Haustüre statt…

Auch in Hamburg gab es an diesem Wochenende Besetzungsaktionen von leerstehendem Wohnraum! Ob Presse und Politik da auch so verständnisvoll sind?

Die Lösung gibts hier und hier

Die Presseerklärung der Aktivist_innen:

An die Presse,
an Politiker_innen,
für Anwohner_innen
und für Interessierte

Herzlich Willkommen zum Tag der öffnen Tür!

Sehr geehrte Damen, Herren und Queers,
Liebe Kinder, Künstler_innen, Hausbesetzende, Wohnungssuchende, …
Hallo Nachbar_innen, Hallo Verantwortliche, Hallo Presse.

Wir feiern hier heute ein selbstverwaltetes, unkommerzielles Haus- und
Hof-Fest, um diese Gründerzeithäuser vor dem Abriss zu retten!

Wir haben uns entschieden, heute die beiden Gründerzeithäuser in der
Breiten Straße 114 & 116 zu beleben. Seit 2007 wurden die Häuser
systematisch entmietet. Mittlerweile stehen die im 19. Jahrhundert
erbauten Gebäude bis auf den letzten Mieter komplett leer.
Seit langem regen sich Proteste gegen die Abrisspläne und den Leerstand.
Es gab z.B. ein Konzert und eine nächtliche Lichter-Aktion zum Erhalt
der Häuser. Schon im November 2010 wurde durch Mieter helfen Mieter eine
Leerstandsanzeige an das Bezirksamt Altona gerichtet. Behördlich
verfolgt wurde die Anzeige gegen den Eigentümer scheinbar nie. (mehr…)

EigentümerInnen-Besuchs-Demo // Sa. // 11.05. // 17 Uhr

Update: Langer Samstag für Zwangsräumung verhindern – Aktivist_innen. Erst zum Fußballspiel Babelsberg gegen Wacker Burghausen, trotz super Stimmung hat Babelsberg leider 0:4 verloren. An den Ultras lags bestimmt nicht. Dann um 17 Uhr eine laute EigentümerInnen-Besuchs-Demo in Nikolassee.

Mehr zum Hintergrund
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Absage für Montag

Die angekündigte Kundgebung am Montag auf dem Ku‘damm fällt aus!

Zwangsräumung vorläufig verhindert. Keine Blockade am 29. April!

Die Zwangsräumung von Zeinab A. und ihrer Tochter wurde nun offiziell von der zuständigen Gerichtsvollzieherin verschoben. Daher ist die Blockade am 29. April abgesagt. Zeinab und ihrer Tochter wurde von Stadt und Land ein mündliches Wohnungsangebot im Kiez unterbreitet. Am 15. Mai wird eine Besichtigung stattfinden, dann werden beide entscheiden, ob die Wohnung ihren Bedürfnissen entspricht. Wegen ihres Gesundheitszustandes ist Zeinab auf einen Aufzug angewiesen. Sollte das Angebot nicht passen und keine Alternative gefunden werden, hat Stadt und Land einen neuen Räumungstermin für den 3. Juni 2013 angesetzt.

Wir gehen allerdings davon aus, dass Stadt und Land bis zum neuen Räumungstermin bemüht und in der Lage ist, eine geeignete Wohnung anzubieten. Daher sind vorläufig alle Aktionen zur Hermannstr. 208 seitens des Bündnis Zwangsräumungen verhindern ausgesetzt. Das Bündnis wird den weiteren Verlauf der Situation beobachten und Zeinab und Maya solidarisch zur Seite stehen.

Weitere Infos folgen!

Erste Berichte von Rosemaries Beisetzung

Vom Mietenstopp-Blog:

Heute vormittag ist Rosemarie Fliess begraben worden. Die Trauerfeier war gezeichnet von tief bewegenden Reden in ihrem Gedenken und von Liedern und literarischen Zitaten, die sie sich selbst einmal ausgesucht hatte. Ein paar Ausschnitte der Feier können auf Youtube angeschaut werden.

Rosemarie Fliess starb am 11. April, zwei Tage nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung, in einer Notunterkunft für Obdachlose. Der Verlust ihrer Wohnung hatte sie umgebracht.

Rosemarie kann nun auf dem Friedhof I der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde besucht werden. Ihr Grab ist nahe dem Eingang Zossener Straße, in dem Bereich des Friedhofs, der der Heilig-Kreuz-Kirche am nächsten ist.

sonstige Presse und Blogs

rbb: Nach Zwangsräumung gestorbene Frau beigesetzt
kopperschlaeger: Ruhe in Frieden, Rosemarie Fliess!
Junge Welt: Tod nach Zwangsräumung